Osteuropa verstehen. Pilotprojekt zu einem vernetzten universitären Sprachunterricht

Maria Chevrekouko (Russisch), Magdalena Czakert (Polnisch), Georg Escher (Tschechisch), Tatjana Simeunović (Kroatisch/Serbisch)

Osteuropa verstehen ist das Konzept eines kontrastiven und interdisziplinären Sprachunter­richts auf Universitätsniveau. Der Kurs ist darauf ausgelegt, Sprachlernprozesse in ihren (trans-)kulturellen Kontext einzubetten und erlaubt den Studierenden, im einzelsprach­lichen Gruppenunterricht ihre Zielsprachen zu vertiefen und zugleich in sprachübergreifen­den Ple­numssitzungen von einer vergleichenden Gesamtschau zu profitieren.

Die Lehrveranstaltung eröffnet den Teilnehmenden einen analytisch fundierten Einblick in eine Reihe von sprach­praktisch relevanten alltagskulturellen Spezifika Osteuropas. Sie vernetzt also einer­seits sprachli­che Kompetenz mit Wissen über deren kulturellen Kontext; andererseits bietet sie einen Ver­gleich zwischen unterschiedlichen Sprachkulturen Osteuropas und der Schweiz.

Zielpublikum sind Studierende der BA-Curricula Osteuropa-Studien und Osteuropäischen Kulturen, die zwei der vier angebotenen Sprachen auf dem Niveau A2 bis B2 erlernt haben. Aus den vier angebotenen Einzelsprachen Russisch, Kroatisch/Serbisch, Polnisch, Tsche­chisch wählen die Teilnehmenden jeweils zwei aus, wobei sie in den jeweiligen Sprachen unterschiedliche Kenntnisse mitbringen können. In den Plenumssitzungen erhalten sie einen ersten Einblick in jene zwei weiteren Sprachkulturen, die sie nicht gewählt haben.

Das Kurskonzept wurde von den SprachlektorInnen des Slavischen Seminars der Universität Basel im Laufe der Jahre 2009–2010 entwickelt, in einem Pilotkurs getestet und im Herbst­semester 2010 in einem ersten Kurs mit allen vier beteiligten Sprachen umgesetzt.

Kursinhalte und Lernziele

Grundfragen

Wie beeinflussen kollektive, kulturell codierte Erfahrungen sprachliche Kommunikation und deren Konventionen?

Welche gemeinsamen kulturellen Muster prägen osteuropäische Sprachgemeinschaften? Wo gibt es Differenzen innerhalb von und zwischen Sprachgemeinschaften? Wie äussern sie sich in der Sprache?

Wie lassen sich Sprachen im kulturhistorischen Kontext einer Grossregion vergleichen?

Welche Rolle spielt kulturspezifisches Wissen beim Erwerb und der Anwendung von prakti­schen Sprachkompetenzen?

 

Lernziele

analytische Kompetenz in Bezug auf die sprachlichen Muster der Alltagskommunika­tion

Kontextualisierung der vorhandenen Einzelsprachkompetenzen im Rahmen einer kulturwis­senschaftlich verstandenen Slavistik

Wissen um Parallelen und Differenzen verschiedener osteuropäischer Sprachkulturen

Kurse

Pilotkurs I mit drei Sprachen: Frühjahrssemester 2009

Pilotkurs II mit vier Sprachen: Herbstsemester 2010

Förderung

Die Pilotkurse I und II wurden von der Philosophisch-Historischen Fakultät der Universität Basel und von der Freiwilligen Akademischen Gesellschaft Basel mit einem namhaften Drittmittelbeitrag finanziert.